Nachsorgeklinik, Tannheim/Schwarzwald

Viele Menschen haben dieses Haus gebaut“*

Wenn Kinder schwer erkranken, fühlen sich ihre Eltern oft ohnmächtig und mit ihrem Schmerz allein gelassen. Um Betroffenen entsprechend helfen zu können, wurde eine Stiftung gegründet, deren großes Ziel – der Bau einer Kinder-Krebsnachsorgeklinik – Ende 1997 verwirklicht wurde. Die Gebäude der Anlage, die in der Nähe des Schwarzwald-Dörfchens Tannheim, einem Ortsteil von Villingen-Schwenningen, in die freie Natur gebaut wurden, sind mit der wirtschaftlichen Großpfanne „FUTURA“ aus dem Hause CREATON eingedeckt.

„Die Idee war, eine familienorientierte Nachsorge- und Rehabilitationsklinik für schwer - vor allem an Krebs und Mukoviszidose - erkrankte Kinder einzurichten“, erzählt der Geschäftsführer der Nachsorgeklinik Tannheim gGmbH und Initiator der Stiftung, Roland Wehrle. „Bei uns sollen die Familienangehörigen soweit wie möglich in die Heilungsprozeß eingebunden sein. Zudem erhalten sie seelische Unterstützung von unseren Therapeuten.“

Der Vorschlag fand so großen Beifall, daß sich selbst Prominente, wie der Schauspieler Klaus-Jürgen Wussow, Herzog Carl von Württemberg und Christiane Herzog, Gattin des Bundespräsidenden a. D., Roman Herzog, für die 1990 gegründete Stiftung einsetzten und die Bevölkerung um Mithilfe baten. Das Ergebnis war überwältigend. Für das rund 50-Millionen-Mark teure Projekt kamen durch die Unterstützung der Prominenten wie auch der Medien, insbesondere des SWR, allein im Zeitraum von 1990 bis 1997 etwa 25 Millionen Mark zusammen. „Für diese beispiellose Spendenbereitschaft haben wir ein Schild in der Klinik mit der Aufschrift ‚Viele Menschen haben dieses Haus gebaut‘ angebracht“, erzählt Wehrle. Zusätzliche drei Millionen, so erklärt er weiter, erhielt die Stiftung aus der Landeskasse. „Für die andere Hälfte mußten wir allerdings reguläre Kredite aufnehmen.“

Ideallösung „FUTURA“

Doch nicht nur die zahlreichen Spender und Sponsoren haben das Gefühl, daß ein Teil von ihnen in der Klinik steckt. Auch viele Handwerker erinnern sich gerne an die Zeit, in der sie ihren Beitrag zum Gelingen des Projekts geleistet haben. Der Polier Erkan Pietrzyk beispielsweise, der schon seit über 20 Jahren bei der Firma Schloz-Hennemann, Villingen-Schwen-ningen, tätig ist, erzählt: „Das erste Haus wurde von uns eingedeckt. Ich selbst habe das Dach vorher auch eingelattet. Später, als die übrigen Häuser erstellt wurden, führten wir dort noch weitere Aufträge aus.“

Verarbeitet wurde der Großpfannenziegel „FUTURA“ von Deutschlands erfolgreichstem Hersteller CREATON. Denn das Bedachungsmaterial, das die Verantwortlichen für ihr Projekt benötigten, mußte bestimmte Kriterien erfüllen: Vor allem galt es, aufgrund der insgesamt rund 4.000 Quadratmeter umfassenden, großen Dachfläche einen Tondachziegel zu verarbeiten, der ein optimales Preis-/Leistungsverhältnis aufweist. Eine Anforderung, für die CREATON dem Bauherrn wie auch dem Architekten eine exclusive Auswahl aus der breiten Produktpalette bietet, das Großpfannen-Programm.

Doch der Dachziegel sollte auch über ganz spezielle Eigenschaften verfügen. Volker Koch, zuständig für Ein- und Verkauf bei der Firma Steiger in Löffingen: „Eine Besonderheit bei den Gebäuden der Tannheimer Anlage ist die flache Dachneigung von ca. 10-12°.“ Und damit war bereits die Entscheidung für „FUTURA“ gefallen.

Großformatig, ästhetisch und funktional unübertroffen, das sind die Attribute der 1992 auf dem Markt vorgestellten Großpfanne“. Ein Ziegeltyp, von dem aufgrund seines Formats von 480 x 300 mm der Verarbeiter lediglich 10,5 bis 11,6 Ziegel pro Quadratmeter benötigt. Und der zudem mit vielen patentierten Besonderheiten für spezielle bauliche Gegebenheiten ausgestattet ist, wie beispielsweise eine extrem flache Dachkonstruktion.

Gute Beispiele für praxisorientierte Lösungen

Schon 1929 hat Dr. h.c. Wilhelm Ludowici für das erste Modell seines „Flachdachziegels“ ein Patent erhalten. Damals entwickelte sich das „Schönheitsideal“ immer mehr in Richtung flach geneigte Dächer, nicht selten von ca. 22° und darunter. Gemeinsam mit dem Enkel des Erfinders, dem Produktdesigner Michael C. Ludowici, hat CREATON den einstigen und bewährten Flachdachziegel konsequent weiterentwickelt und dazu alles Können und alle Erfahrung aus jahrzehntelanger Herstellerkompetenz eingebracht. Das Ergebnis: die „FUTURA“-Konstruktion berücksichtigt neueste Erkenntnisse zur Statik, Wasserführung und zum Strömungsverhalten. Diese Faktoren sind wichtig gerade auch bei so geringen Dach-neigungen, wie sie in Tannheim gegeben sind. Und weil die Dächer der Klinikgebäude zudem bereits im Vorfeld mit einem wasserdichten Unterdach ausgestattet waren, konnte „FUTURA“ dort problemlos eingesetzt werden.

Sogar wissenschaftliche Untersuchungen bei Prof. Durst, Fa. Invent in Erlangen, haben die hervorragenden Eigenschaften des Großpfannenziegels bestätigt. So wurde beispielsweise für die vertikale Verfalzung eine neuartige „Labyrinth-Technik“ entwickelt, die mit fünf speziell geformten und besonders ausgeprägten Seitenrippen das Eindringen von Wasser auch bei hohem Winddruck verhindert. Im Kopffalzteil sind ca. 30 mm Schiebebereich pro Ziegel möglich, was eine optimale Anpassung an die Lattweiten-Einteilung garantiert. Zudem wurde für die „FUTURA“-Großpfanne eine völlig neue Lösung für die Überdeckung entwickelt, die bisher übliche Deckfugen vermeidet.

Fazit: Die sorgfältig ausgearbeiteten Verfalzungen wirken so perfekt zusammen, daß Wind und Wetter keine Chance haben. Kein offener Falz und keine Fugen in der horizontalen Überdeckung bieten Ablagerungsmöglichkeiten für Schmutz und Moos mit dem Ergebnis einer klaren, sauberen Optik. Und das nicht nur bei flach geneigten Dächern.

Einmaliges Naturrot

„Die Entscheidung für die Farbe Naturrot war ebenfalls eine Preisfrage“, erzählt Koch weiter. „Es war jedoch klar, daß selbst unglasierte Tondachziegel von CREATON langlebig sind.“ Das ist kein Wunder, werden doch höchstwertige Rohstoffe für die Produktion verwendet. Und das sieht man dem unverfälschten Ziegelrot der „FUTURA“ an, das durch den typischen Schwung der Flachdachpfanne und durch ihr großes Format noch eindrucksvoller wirkt. Zudem sorgt die proportional ausgewogene Form für eine weichere und somit harmonischere Flächenwirkung. Für dieses einmalige Naturrot ist der hohe Eisenoxidanteil des Tons vom „Roten Berg“ in der Nähe des thüringischen Großengottern verantwortlich. Die außergewöhnlich glatte Ziegeloberfläche ist ebenfalls ein erkennbares Zeichen für die hohe Qualität der CREATON-Produkte, die im perfekten Brennvorgang der Hydrocasing-Technik und in berührungslosen H-Kassetten hergestellt werden. Auch Martin Weißer und sein Sohn Mathias aus Unterkirnach, die die Pultdächer auf dem Gelände eingedeckt haben, „verarbeiten laufend CREATON-Produkte, weil hier das Preis-/Leistungs-verhältnis einfach stimmt“.

Weitere Spenden erforderlich Doch mit der Erstellung der Klinikgebäude war das Projekt noch längst nicht abgeschlossen. Bautechniker Günter Sohm, Bad Dürrheim: „Man hat einen Streichelzoo eingerichtet, der von einem einzelnen Sponsor finanziert wurde.“ „Auch eine ‚Spielburg‘ ist gerade erstellt worden, für die sich eine Sponsorin gefunden hat“, ergänzt der Architekt und Bauleiter Guido Rebholz. Andere Einrichtungen sind noch in Planung, so daß die Klinik auch künftig auf Spenden angewiesen sein wird. „Und das nicht nur, um den Schuldenberg abzutragen“, wie der Geschäftsführer erklärt, „sondern auch, um die drei Mitarbeiterstellen, die allein von Spendengeldern bezahlt werden, weiterhin halten zu können.“

Mittlerweile hat sich die Klinik als Rehabilitations-Zentrum etabliert und alle Besucher und Familien, die bisher das Haus betreten haben, äußerten sich nur positiv über die hellen, lichtdurchfluteten Gebäude, die Gesamtanlage, die Farbgestaltung und Atmosphäre. Wehrle abschließend: „Bleibt zu hoffen, daß die Spendenbereitschaft in der Bevölkerung nicht nachläßt, damit wir weiterhin den Kindern und ihren Eltern etwas Gutes tun können.“

Hier das Spendenkonto:
Nachsorgeklinik GmbH, Tannheim, Sparkasse Villingen-Schwenningen, Konto 10550011, Bankleitzahl 69450065.

Weitere Informationen über CREATON finden sich auch im Internet unter http://www.creaton.de.

HS (12/99/C1284/Nr. 690)  

Bildlegenden:
(Foto Nr. 1: Gesamtansicht)
Hat sich als Rehabilitations-Zentrum bereits etabliert: die Nachsorgeklinik in Tannheim.

(Foto Nr. 2: Ansicht einzelnes Gebäude)
Die freundliche Farbgestaltung und die hellen, lichtdurchfluteten Räume haben bislang nur positive Reaktionen bei den Besuchern hervorgerufen.

(Foto Nr. 3: Detailansicht)
Eindeckung mit dem Großpfannenziegel „FUTURA“ von CREATON – bei rund 4.000 Quadratmetern Dachfläche eine äußerst wirtschaftliche Lösung.

Bildnachweis:
CREATON/HS

Autorin:
Adriana Rossi

Redaktion:
HS Public Relations GmbH
Louis Schnabl
Postfach 25 01 12
40093 Düsseldorf
Telefon: 0211/90 48 6-0


Bautafel:

 

Objekt:

Nachsorgeklinik, Tannheim

Bauherr:

Nachsorgeklinik Tannheim gGmbH, Tannheim

Fläche:

ca. 4.000 m²

Dacheindeckung:

Hersteller:

ca. 45.000 St. „FUTURA â “, naturrot

CREATON AG, Autenried

Verarbeiter:

Steiger Bedachungen GmbH, Löffingen
Weißer Bedachungen GmbH, Unterkirnach

Schloz-Hennemann GmbH, Villingen-Schwenningen

Planung:

Architekt Guido Rebholz (Bauleitung) und
Günter Sohm (Bautechnik und Bauleitung), Bad Dürrheim

*Aufschrift auf Grundstein